Arne Schmelzer
Der Autor in einer nachdenklichen Pose mit Zettel in der Hand. Auf diesem Zettel steht ein Text. Ein Text über einen Apfel. Der Apfel aus dem Paradies. Der schmeckt wirklich gut. Hat aber gewisse Nebenwirkungen. Rauswurf aus Eden und so. Sie wissen schon.

Arne Schmelzer

Arne Schmelzer hat keine Ahnung, wie er über Arne Schmelzer schreiben soll, ohne gleichzeitig Arne Schmelzer zu sein. Er müsste sich vom Ich ins Er entfernen und eine gesunde Distanz zu sich einnehmen. Dann würde er sich ernsthaft fragen, was er über sich aussagen kann, ohne von seinem Ich manipuliert zu werden.

Arne Schmelzer wurde in der beschaulichen Kleinstadt Altenburg geboren, mit ihren alten Häusern und Kirchen, dem Schloss und der Spielkartenfabrik. Wir (ein ominöser Kreis greiser Gelehrter) müssen der Vermutung aber widersprechen, dass er sich seinen nostalgischen Hang beim Spielen in mittelalterlichen Gassen angeeignet hatte. Er wuchs in der Plattenbausiedlung am Stadtrand auf und hat eher positive Erinnerungen an das triste Grau der DDR-Architektur. Früh wollte er Archäologe werden und grub im Sandkasten ein tönernes Objekt aus, das ein stadtbekannter Archäologe als Ding ohne musealen Wert einschätzte. So vergrub er sein Gesicht in Bücher, jedenfalls ist das eine seiner Legenden, die einen gewissen Wahrheitswert besitzt. Jedoch war seine Lektüre flüchtiger Art, mal hier mal dort, und dieses vielseitige Interesse brachte ihn schon früh in Verlegenheit, sich entweder für ein Talent zu entscheiden oder alle gleichzeitig mehr als stümperhaft zu betreiben. Er entschied sich aber für eine Prioritätenliste, deren oberster Punkt das Schreiben ist, für das die unteren Punkte – auf der Straße singen, Klavier spielen, Konversation betreiben, lesen, Springseil springen … – Zuarbeit leisten. Seine erste Geschichte schrieb er über zwei Tierfreunde. Die ersten Wörter, die er las, waren Axe, Nivea und Addidas, die noch ganz die Wirkung eines Abrakadabra auf ihn hatten. Sein erstes Buch, das er besaß, war ein Kinder-Lexikon. Im großelterlichen Schlafzimmer imaginierte er sich ein Fernsehpublikum, für das er jeden Artikel laut und feinsinnig betont vorlas. Hier begann seine Karriere als Lexikograph, die ihn zur hohen Kunst poetischer Lexikoneinträge führte. Im Schnelldurchgang: 13 Jahre Schule. Heraus kam ein widerborstiger Geist voller Ideen. Nachdem er von Sperenberg (genau, wo sie den Flughafen bauen wollten) nach Berlin gezogen war (nachzulesen in seiner Autobiographie), reifte hier seine Gabe der schönen Sprache, und er verrät auch allen sein Geheimnis: Nicht er hat die Sprache, sondern ihn hat die Sprache. Ist sie lebendig? Ja! Das Studium der Geschichte und Philosophie brachte etwas Diszipin in sein Schaffen, und so getraute er sich, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen: Von seiner Kunst leben zu können. Und darum bitte ich sie nur um eins: Mir dabei zu helfen, dass das Konversations-Lexikon zu einem festen Bestandteil einer guten Privatbibliothek wird.

 

Bis zur Unendlichkeit, und noch viel weiter.

Buzz Lightyear